22. Oktober 2011 2 Kommentare
So langsam werden die Tage kürzer, es wird kälter die Heizungen angeworfen oder der Kamin wird zum ersten Mal angefeuert und wir stellen und stimmen uns auf die kalte Jahreszeit ein.
So romantisch dies auch klingen mag: leider leiden unter diesen Bedingungen unsere Instrumente!
Mit dem Anfang der Heizperiode trocknet die Luft auf bis zu einen Wert von ca. 20% aus, was zu teilweise irreparablen Schäden an einer Gitarre führen kann.
Durch die zu trockene Luft schrumpft das Instrument in der Längs- und Querachse und besonders Akustische Gitarren haben das Problem, dass sich die Decke der Gitarre “verzieht” und es zu Rissbildung in der Decke bzw. den Zargen und dem Boden kommen kann.
Die Verbalkung (Bracing) löst sich und dadurch verliert die Decke ihre Stabilität, die Balken scheppern und alles wird nur schlimmer. Der Lack bekommt Risse und die Saitenlage ist so hoch, dass man mit einem Lastwagen unter den Saiten durchfahren kann. Die Bünde kommen an den Griffbretträndern “heraus” u.s.w.
Durch den Saitenzug herrschen grosse Kräfte auf eine Gitarrendecke ein und typisch für eine zu trockene Gitarre ist das folgende Bild:
Die rot gestrichelte Linie zeigt (in etwas übertriebener Form) die Wölbung einer zu trockenen Decke wie sie bei unsachgemässer Lagerung durchaus entstehen kann.
Vor dem Steg herrscht eine Belastung auf Kompression, d.h. die Holzfasern werden in Längsrichtung “gestaucht” und hinter dem Steg ist Belastung auf Expansion (Dehnung) vorhanden. Dies resultiert in einer unnatürlichen Wölbung der Decke und dadurch entstehen Risse bzw. die Verbalkung (Bracing) löst sich.
Was kann ich dagegen tun?
Es gibt total einfache Lösungen:
1. in dem Raum in dem ihr die Gitarre lagert (egal ob im Case oder im Gitarrenständer) einfach einen Luftbefeuchter aufstellen. Ich habe die besten Erfahrungen mit Verdampfern gemacht, denn die bringen (im Gegensatz zu Verdunstern oder Verneblern) relativ schnell und eine konstante Luftfeuchtigkeit in den Raum.
2. ihr benutzt spezielle Humidifier für Gitarren wie sie z.B. bei uns im Manis Guitar Shop für Fr. 25.- erhältlich sind. Diese werden in das Schalloch der Gitarre eingesetzt und das Case wird geschlossen. Somit herrscht im Case für drei bis fünf Tage ein Mikroklima von 50%-60% Luftfeuchtigkeit.
3. ihr lagert die Gitarre nicht in der Nähe von Heizkörpern oder Kaminen/Öfen und bei Bodenheizungen auf dem Boden.
4. ihr kontrolliert regelmässig den Zustand der Decke, des Halses und der Bünde.
Grundsätzlich gilt dies für alle Arten von Instrumenten. Egal ob Blockflöte, E-Gitarre, Mandoline, Harfe oder was auch immer.
Wenn ihr in Zukunft auf diese vier Punkte der Gitarrenpflege während der Wintermonate befolgt, werden euch eure schönen Schätzchen dankbar sein und ihr werdet auch weiterhin viele Jahre Freude an euren Instrumenten haben.
Viel Spass.
Euer Mani













